Die Historie der Freiwilligen Feuerwehr Dreisbach

"Retten - Bergen - Löschen - Schützen"
Unter dieser Aufgabenstellung wirken die Feuerwehren auf freiwilliger Basis zum Wohle der Bürger in Stadt und Land. Aber das war nicht immer so, denn bevor die Freiwilligen Feuerwehren gegründet wurden, gab es  landauf und landab die sogenannte "Pflichtfeuerwehr", in der alle männlichen Einwohner eines Ortes zwischen 18 und 60 Jahren dienstverpflichtet waren. In Dreisbach gibt es aus dieser Zeit leider weder Urkunden, noch andere schriftlichen Überlieferungen. Deshalb sind wir auf die mündlichen Überlieferungen unserer Veteranen angewiesen. Über die personelle Besetzungen und Aktivitäten der Pflichtfeuerwehr liegen uns nur vage Erinnerungen vor. Wir wollen uns deshalb auf das beschränken, was etwas deutlicher in dem Nebel der Vergangenheit zu erkennen ist. Da sind zunächst die beiden Hornbläser, die erst die Pflichtfeuerwehr und später die Freiwillige Feuerwehr, bei Feuersgefahr zu alarmieren hatten. Es waren 1934 Heinrich Herbel und Karl Eckhardt. Karl Eckhardt und die anderen Veteranen der Feuerwehr erinnern sich auch, dass bereits 1934 in Dreisbach Gespräche über die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr geführt wurden, die aber erst im Februar 1935 zum Erfolg führ¬ten. Eine Gründungsurkunde mit genauen Daten liegt leider nicht vor. Die Gründer, denen unsere Anerkennung und unser besonderer Dank gilt, sind mittlerweile alle von uns gegangen. Wir finden ihre Namen in der Gedenktafel für die bereits verstorbenen Feuerwehrkameraden.
Wie alle Wehren der damaligen Zeit war auch Dreisbachs Feuerwehr mit einer Spritze ausgerüstet, bei der die Pumpe von Hand bedient werden musste. Der Transport zur Brandstätte wurde meist im Mannschaftszug vorgenommen. Auch die Benutzung der Spritze war äußerst umständlich, musste doch erst ein Wassertank gefüllt werden, bevor das Wasser mit der Handpumpe in die Schläuche gedrückt werden konnte. Ursprünglich wurde der Tank mit Eimern gefüllt, später benutzte man dazu eine von Hand zu bedienende Saug- und Druckpumpe. Wenn man bedenkt, dass die Pumpe im Brandfall zum Bsp. bis nach Breitenbach transportiert werden musste, so kann man den damaligen Feuerwehrkameraden nur alle Achtung entgegenbringen. Die Löschwasserversorgung ursprünglich hatte Dreisbach etwa dort, wo heute der Dorfbrunnen plätschert, einen Brandweiher, der vom Amstelbach gespeist wurde. Um zu verhindern, dass spielende Kinder, oder bei Dunkelheit ältere Leute in den Brandweiher fielen, war dieser rundum durch ein Eisengitter gesichert. Der Weiher bot, mit der daneben aufragenden Dorflinde, einen malerischen Anblick. Heute befindet sich ungefähr an der gleichen Stelle eine Unterflur-Zisterne, die etwa 50 - 60 m³ Wasser fasst. Mit dieser Wasserreserve und durch den An¬schluß an das Wassernetz der Gemeinde Kölschhausen im Jahre 1954, sind für die Feuerwehr Dreisbach die Wassersorgen geringer geworden.  

Die Motorspritzen
Die Zeit der Motorisierung begann für die Dreisbacher Wehr im zweiten Weltkrieg, als durch die Vermittlung des Kreisbrandmeisters Keul die erste Motor¬spritze in den Ort kam, die zur gemeinsamen Benutzung für Dreisbach und Kölschhausen bestimmt war. Sie hatte einen DKW-Motor, der eine Leistung von 400 Litern brachte und war auf einem zweirädrigen Anhänger installiert. Der Anhänger konnte an einen Traktor angekuppelt werden. 1953 erhielt die Dreisbacher Wehr eine Spritze des gleichen Typs für sich alleine.
Am 19.7.1968 gab es für die Dreisbacher Wehr eine erhebliche Verbesserung, sie erhielt eine neue Spritze. Die TS 8/8-1 mit Trokomat, die in einem umgebauten VW-Bus installiert war, erhöhte die Schlagkraft und Flexibilität der Wehr beträchtlich. Eine weitere Steigerung der Wirksamkeit und damit auch eine erforderlich ge¬wordene Anpassung an den modernen Stand der Löschtechnik war zu verzeichnen, als am 29.2.76 ein Ford-Tragkraftspritzen-Fahrzeug an die Dreisbacher Wehr übergeben wurde. Dieses neue Löschfahrzeug, in das die Spritze TS 8/8-1 eingebaut wurde, brachte gleich zwei Jubiläen nach Dreisbach. Es war das „1000 ste“ Fahrzeug dieser Art, das die Herstellerfirma Ziegler gebaut hatte, und es war das „100 ste“ Lösch¬fahrzeug des Landes Hessen, das an eine Ortsfeuerwehr übergeben wurde. Übergabe des Fahrzeugs der Firma Ziegler am 29. Februar 1976.
Dieses Doppeljubiläum war für die Lokalzeitung Anlass, bei der Übergabe anwesend zu sein und ausführlich darüber zu berichten. In diesem Bericht wird unter anderem erwähnt, dass der damalige Bürgermeister Schneider auf die Wichtigkeit des Brandschutzes hinwies, in den die Gemeinde in fünf Jahren 1,3 Millionen Mark investiert habe und der sie jährlich rund 50.000,- DM koste.
Der Ortsbrandmeister Ottmar Schmidt, der Dreisbacher Wehrführer Heinz Herbel und der Bezirksbrandmeister Udo Vorwerk dankten der Gemeindever¬waltung für ihre Anstrengungen und Leistungen zur Verbesserung des Brandschutzes.

Die Brandmeister
So wie es immer wieder Männer gegeben hat, die sich nach dem Grundsatz "Gemeinnutz geht vor Eigennutz" in den Feuerwehren für das Leben und das Gut ihrer Mitmenschen eingesetzt haben, so hat es auch immer wieder Männer gegeben, die sich ein "noch mehr" an Verantwortung und persönlichem Einsatz aufgebürdet haben. Es sind dies die Brandmeister, die ihre freiwillig übernom¬menen Pflichten in den hinter uns liegenden 75 Jahren aufopfernd erfüllt haben und denen unsere Anerkennung gilt.
Die 1945 von den Besatzungsmächten eingesetzten ersten Nachkriegsbürgermei¬ster und Brandmeister hatte es wohl besonders schwer, aus der durch die Kriegs- und Nachkriegswirren geschwächte Wehr wieder eine schlagkräftige Ortsfeuerwehr aufzubauen.

Die Einsätze
Die Einsatzbereitschaft und Schlagkräftigkeit der Dreisbacher Wehr wird eindrucksvoll durch ihre Einsätze, die größtenteils außerhalb der Dreisbacher Ge¬markung stattfanden, demonstriert. Zweimal erhielt Dreisbachs Wehr die Löschprämie, weil sie nicht nur als erste Wehr an der Brandstätte war, sondern weil sie auch die Ersten waren, die den löschenden Wasserstrahl in die lodernde Glut richteten.
Bei der Betrachtung der Einsätze sehen wir auch, dass der Ort Dreisbach in den letzten 75 Jahren vom Feuerteufel weitgehend verschont blieb. Möge dies auch in Zukunft so bleiben.

Der Feuerwehrverein
Nach der Gebietsreform im Jahre 1972 schlossen sich auch die Wehren der Großgemeinde Ehringshausen, wenigstens teilweise, zusammen. Das bedeutete die einheitliche Zusammenarbeit der Wehren Dillheim, Dreisbach, Ehringshausen und Greifenthal.
Am 20.08.1973 wurde die Satzung für die Einsatzabteilung übernommen und ab dem 24.11.1973 besteht der Feuerwehrverein, in dem die aktiven und passiven Mitglieder zusammengeschlossen sind. Der erste Vorsitzende war Willi Brück.


Die Feuerwehrvereinigung setzte sich zusammen aus:
1. Mitgliedern der Einsatzabteilung
2. Mitgliedern der Feuerwehrvereinigung (allgemein)
3. Ehrenmitgliedern
4. Fördernden Mitgliedern

Das 40-jährige Jubiläum
Zum 40 jährigen Jubiläum machten die zusammengeschlossenen Wehren dem Jubilar Dreisbach ein Geschenk besonderer Art. Sie zeigten in einer Großübung auf dem Seeberg, wie ein abgestürztes Flugzeug zu löschen ist. Die interessante Schauübung lockte sehr viele Schaulustige an, die damit bewiesen, dass in weiten Kreisen der Bevölkerung ein großes Interesse für die aufopfernde und gefährliche Arbeit der Feuerwehr besteht.

Zum 50 jährigen Jubiläum
Schlagkräftig, gut ausgerüstet und einsatzfreudig, so schaut die Dreisbacher Wehr an ihrem Jubiläumstage in die Zukunft. Stolz blickt sie auf das zurück, was sie in den vergangenen 50 Jahren geleistet hat. Jeder Einzelne wird auch in der Zukunft das Erbe derer übernehmen, die in der Vergangenheit nach dem Wahlspruch der Freiwilligen Feuerwehren gehandelt haben:

Einer für alle, alle für einen!
Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!


 
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